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Ein paar Gedanken zu Essays

Es ist zuweilen sehr schwer eine Filmkritik zu schreiben. Der hauptsächliche Grund ist, dass man nicht zu viel von dem Film verraten möchte, gleichzeitig aber auch ein wenig in das Wesen des Werkes einsteigen muss. Problem ist hierbei, dass viele Leser eine Filmkritik als eine Art Empfehlungsliste sehen. Bei einem Review sind solche Leser gerne willkommen. Aber ein Essay möchte in eine andere Richtung gehen. Aus diesem Grunde muss ich vom Leser eine einzige Vorbedingung einverlangen: Er soll, muss sogar in manchen Fällen, den Film oder die Filme gesehen haben.

Ein Essay will in die Materie ein wenig tiefer einsteigen, Denkanstöße oder Ansätze liefern, mit denen man über den Film hinaus geht. Dabei geht es nicht darum, eine fertige und in sich wahre Interpretation des Filmes oder der Filme zu bieten. Vielmehr wünsche ich mir, dass Sie als Leser sich konfrontiert fühlen, auf der einen Seite sich einer Interpretation anschließen würden oder, auf der anderen, eben nicht. Vielleicht finden Sie Gründe, warum Sie etwas anders sehen oder kommen in Ihrer Interpretation weiter. Das würde mich besonders freuen. Denn in einem bin ich mir sicher: Es sind immer meine Gedanken zu einem Film, die ich zu Papier, bzw. zu HTML bringe. Es ist sicherlich vieles in diesen Gedanken, was vom Regisseur intendiert war, doch will und kann ich nicht behaupten, dass meine Lesart die ultimative ist. Vieles, was man in einem Film sieht, ist die Vermengung eigener Erfahrungen und Sichtweisen mit dem, was die Filmemacher in ihrem Werk hinterlegt haben. Niemals wird es eine richtige Lesart geben. Das macht auch die Faszination des Medium Film aus.

Ich möchte darauf hinweisen, dass kein Essay den Anspruch erhebt, eine verpflichtende Interpretation darzustellen. Natürlich, ich positioniere mich hier und erkläre auch deutlich, wie ich den Film oder die Filme gesehen habe. Doch geschieht dies in dem Bewusstsein, dass jeder Zuschauer seinen eigenen Film konstruiert und damit jeder Zuschauer das Recht auf seine eigene Meinung hat. Diese soll nicht in Frage gestellt werden. Ich schreibe diese Artikel nicht aus irgendeinem missionarischen Eifer heraus. Es sind auch keine Kritiken, die eine Empfehlung aussprechen, sondern Essays. Sie sollen beim Schreiben dazu dienen, dass ich mich tiefergehend mit dem Film und seinen Verweisen beschäftige. Die Veröffentlichung soll zudem eine Einladung sein, meiner Sicht zu folgen, oder eben auch nicht.

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