Review

Waterboys

-- Japan (2001), Regie: Shinobu Yaguchi

Und weiter geht es sportlich, aber auch albern. Und um der Verwirrung vorzubeugen: Dies ist nicht der Adam Sandler-Streifen, er hat auch nichts damit zu tun. Waterboys ist eine sehr charmante Jugendkomödie aus Japan. Und das merkt man von der ersten Sekunde an.

Der junge Suzuki (Satoshi Tsumabuki) ist arm dran. Als einziger Schwimmer an seiner Highschool wird er ausgelacht, vor allem, da er nicht sonderlich schnell ist. Die Coolen spielen Basketball. Dies ändert sich, als die niedliche neue Sportlehrerin angibt, Schwimmen zu lehren. Da ist man als Senior an der Schule regelrecht verpflichtet, der Schönheit beizustehen! Plötzlich ist für Suzuki scheinbar kein Platz mehr im Pool … bis sich herausstellt, dass die Gute Synchronschwimmen als Fach hat. An einer reinen Jungenschule ein Nachteil. Entsprechend bleiben von dem ehemalig vollen Pool nur fünf Schüler übrig. Doch da lauert nur der nächste Schlag: Die gute Lehrerin hat nicht bemerkt, dass sie im neunten Monat schwanger ist. Die Schule nimmt dies zum Anlass, den Pool mit Fischen zu füllen und die entsetzen Synchronschwimmer in die Ferien zum Lernen für den Abschluss zu schicken. Und so bleiben fünf Schüler, die nicht synchronschwimmen können, dies lernen wollen, für das Abschlussfest fest eine Show geplant und angekündigt haben, nur von den lokalen Transvestiten als Sponsor unterstützt werden und dann noch diese ganzen Dinge mit der Pubertät, erster Liebe und so um sich herum spüren… Kurzum: Eine turbulente Jugendkomödie mit Sportfilm-Elementen.

Doch es wäre nicht ein japanischer Independent-Film ohne einen speziellen Kniff. Hier ist es die Handlung selbst, die für US-gestählte Zuschauer zwar von der Stange klingt, aber im asiatischen Kontext etwas mehr zu bieten hat. Drehbuchautor und Regisseur Shinobu Yaguchi erzählt nämlich von einem Ausbrechen aus dem Schulschema, etwas anderes zu machen, als es einem als Rolle zugewiesen wurde. Langsam aber sicher entwickeln Suzuki und seine Freunde nämlich so etwas wie einen Alternativplan zur langweiligen Vorbereitung auf die Uni. Wer die Angst japanischer Schüler vor dem Durchfallen kennt, der weiß, wie politisch das eigentlich ist. Und Yagushi verpackt es noch in so fröhlicher Art, dass es von den Kids nicht anders verstanden wurde. Der kleine Film avancierte in Japan zum zweiten großen Hit des Jahres (nach Prinzessin Mononoke), natürlich mitten in der Zeit, in der eigentlich Büffeln statt Kino angesagt war.

Aber albern bleibt der Film. Die Schüler rennen einem etwas komischen Delphin-Dompteur hinterher, der sehr deutlich macht, dass er die Jungs zwar als Arbeiter ausnutzen will, aber von echter Synchronschwimmer-Lehre wenig hält. Dennoch entwickelt sich sein Versuch, sie loszuwerden, als beste Lernmethode: An einem Tanz-Automaten wird Synchronität geübt, später beobachtet man Delphine und andere Fische, um die entsprechenden Moves zu lernen. Und bis zum großen Finale wird auch jeder Rest von Realismus über Bord geworfen. Der Auftritt von Suzukis großer erster Liebe soll hier nur angedeutet werden. Der Moment schreibt alberne Filmgeschichte!

Wer sich von dem teilweise sehr kindischem Getue nicht abschrecken lässt und auch einsehen kann, dass peinlich sein auch befreiend wirken kann, der solle sich schleunigst auf die Suche nach Waterboys machen. Yagushis erster Erfolg ist ein kleines Meisterwerk.

Waterboys

Drehbuch und Regie: Shinobu Yaguchi

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